Fermentierung im alten Japan

Fermentierung - was ist das und warum ist das gut für meine Haut?

February 11, 2019

Fermentierung lässt mich erst einmal an Bier denken - und an Sauerkraut. Ich weiß, dass beide dieser urdeutschen Genüsse durch Fermentierung hergestellt werden, nicht jedoch genau was Fermentierung ist und wie Sie funktioniert. Und dann stellt sich noch die Frage, was hat das alles mit Cremes zu tun?

 
Wir entdecken fermentierte Inhaltsstoffe in vielen Rezepturen unserer Geisha Schriftrollen aus der Edo-Zeit, die in einem Museum in Japan liegen und - dank eines absoluten Glücksfundes in einem verstaubten Antiquariat- als gebundene Abschrift in unserem Wohnzimmer. Klar, wenn man darüber nachdenkt besteht fast die gesamte japanische Küche aus Fermentation. Miso-Suppe: Fermentierte Sojabohnen. Wußte ich auch nicht. Sojasauce.  Sake wird aus fermentiertem Reis gewonnen. Fermentiertes Essen gilt als sehr gesund, da es lebende Bakterienkulturen liefert und in frischen fermentierten Lebensmitteln ein sehr hoher Gehalt an Vitaminen und Phytonährstoffen vorhanden ist. Oha. Kein Wunder werden die Japaner laut WHO am Ältesten. Fermentierung ist übrigens ein natürlicher Prozess und beschreibt ganz allgemein eine Umwandlung von Stoffen durch Bakterien, Pilze oder Enzyme. 
Aber Fermentierung in unseren Geisha Creme Rezepturen von 1800? Also wirklich im Gesicht? Tatsächlich, wenn man Wissenschaft und asiatischer Skincare-Tradition glauben möchte. Und zwar mit vier Effekten die uns absolut überzeugen:
 
Woman wearing orange & white kimono dress standing near the house
Frau im Kimono

1) Die Wirkstoffe können dank besserer Bioverfügbarkeit deutlich effektiver von unserer Haut aufgenommen werden

Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Antioxidantien...- all die wunderbaren Wirkstoffe die wir unserer Haut angedeihen lassen möchten werden sozusagen "vorverdaut". Klingt ein bisschen eklig, ist aber ein ganz wunderbares Konzept: Auf Molekülgrösse zerlegt, erhöht sich die Bioverfügbarkeit und unsere Haut kann die Nährstoffe ohne großen Aufwand aufnehmen. 
 

2) Durch Fermentierung entstehen ganz neue Wirkstoffe

Bei dem natürlichen Fermentierungsprozess entstehen neue, tolle Nährstoffe, die synthetisch nur schwer oder gar nicht herzustellen sind. Entsprechend haben fermentierte Naturkosmetikprodukte eine breitere und komplexere Pflegewirkung als ihre synthetischen Alternativen. Doch damit nicht genug: Da die Natur einfach genial und kein biologischer Prozess zufällig ist, reagieren diese Nährstoffe symbiotisch miteinander und wirken so nochmal besonders intensiv positiv auf unsere Hautgesundheit ein. 
 
Traditionelle Fermentierungsbehälter in Japan - Nuka-Topf
Traditionelle Fermentierungsbehälter (Nuka-Topf)

3) Fermentierung konzentriert die vorhandenen Wirkstoffe und lässt diese noch stärker wirken

Pflanzen produzieren Phytonährstoffe, so genannte sekundäre Pflanzenstoffe. Diese werden gebildet um die Pflanze gegen Keime, UV-Strahlung und andere Belastungen zu schützen. Durch den Fermentationsprozess erfolgt eine starke Konzentration und Zerlegung in kleinste Moleküle. Dadurch werden zum Beispiel antioxidative Eigenschaften erhöht, die als "Anti-Pollution"-Schutz gegen negative Umwelteinflüsse wie blaues (PC-)Licht, Abgase etc. wirken. Perfekt für unsere Haut. Für das selbe Ergebnis durch unfermentierte Pflanzenwirkstoffe müssten wir wahrscheinlich viel cremen :) 
  

4) Fermentierung reduziert allergische Reaktionen 

Wenn man wie ich mit sehr sensibler Haut geschlagen ist, achtet man besonders auf Allergene oder reizende Inhaltsstoffe. Auch hier hilft Fermentierung. Allergene oder andere irritierende Substanzen werden während des Prozesses nämlich neutralisiert. Beispielsweise verlieren Nüsse ihr allergisches Potential.
 
Klingt nicht nur super, ist auch so. Finden zumindest auch viele der großen Beautyblogs und Magazine wie theklog, Glamour UK, ELLE, etc. Warum verwenden dann eigentlich nicht viel mehr Naturkosmetikprodukte in Deutschland Fermentierung? So genau wissen wir das auch nicht. Was wir aber wissen ist, wie schwer es war die Haltbarkeit der Creme ohne "Chemiekeule" zu gewährleisten, da ja lebende Bakterienkulturen enthalten sind. Dieser Prozess hat uns drei Jahre gekostet. In jedem Fall finden wir Fermentierung aber ziemlich super. Und nutzen das Wetter um später noch Sauerkraut zu machen. Vielleicht mit einem Schluck Bier dazu- immerhin sind wir Münchner. Prost! 


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